AG Frauen besucht neue Polizeichefin Andrea Rosenboom
Seit Oktober 2025 leitet Polizeidirektorin Andrea Rosenboom die Polizei im Kreis Minden-Lübbecke. Sie bekam jetzt Besuch von interessierten Mitgliedern der „Arbeitsgemeinschaft von Frauengruppen und engagierten Bürgerinnen im Kreis Minden-Lübbecke“. Einmal jährlich besuchen die Frauen eine Einrichtung, Behörde oder Firma, die von einer Frau geleitet wird. „Wir möchten die Arbeit der Chefinnen, aber auch Besonderheiten oder Problemlagen kennenlernen,“ so Sabine Hauptmeier, Vorsitzende der AG Frauen.
Andrea Rosenboom und die Gleichstellungsbeauftragte der Polizei, Astrid Bauer, hatten sich Zeit genommen, um über ihre Arbeit zu informieren und Fragen zu beantworten. In lockerer Atmosphäre ergab sich sofort ein lebhaftes Gespräch.
Die Abteilungsleiterin (die Polizei Minden-Lübbecke ist eine Abteilung innerhalb der Polizei NRW) stellte die Struktur der Polizei vor und informierte über die Situation von Mitarbeiterinnen innerhalb der Polizei.191 Frauen und 310 Männer arbeiten im Kreis Minden-Lübbecke. „Der zunehmende Anteil weiblicher Beschäftigter wirkt sich positiv auf unser Betriebsklima aus.“ Der Anteil von Frauen in Führungspositionen ist aber deutlich geringer und liegt bei 18%. Da sei noch Luft nach oben. „Manchmal sind Frauen in der Einforderung von Karrierechancen zu zurückhaltend.“
Natürlich haben auch Mitarbeitende der Polizei Familienpflichten. Das betrifft Frauen immer noch mehr als Männer. „Wir versuchen dann, individuelle Lösungen für Familienfreundlichkeit zu finden,“ berichtete die Gleichstellungsbeauftragte.
Auch Frauen mit internationalem Familienhintergrund arbeiten bei der Polizei. Der Anteil bei Bewerbungen steige. Bei Einstellungen hätten inzwischen 16.5% der Bewerberinnen einen Migrationshintergrund, so Rosenboom. Bei den Frauen sei der Anteil mit polnischem oder italienischem Hintergrund am größten.
Auf Nachfrage informierte Rosenboom über die Ausbildung bei der Polizei. Es gebe keine gesonderte Ausbildung für Männer und Frauen. Es gebe Einsatz- und Schießtraining und Vorbereitung auf schwierige Situationen, vor allem auch viel körperliches Training. Jährlich sei eine Sportprüfung zu absolvieren.
Auf die Frage nach Gewalt gegen Frauen erläuterte die Polizeidirektorin das Vorgehen bei einem Notruf, z.B. wegen häuslicher Gewalt. Wer am nächsten dran sei, fahre hin. Bei Bedarf würde eine Kollegin zugezogen. Bei Sexualdelikten seien immer Polizistinnen involviert. „Wir pflegen gute Kontakte zu den Frauenhäusern, Beratungsstellen oder Hilfsorganisationen,“ so Rosenboom. „Aber auch zu den Schulen, wo präventive Arbeit geleistet wird.“
Zum Schluss dankte Sabine Hauptmeier für den interessanten und spannenden Nachmittag und wünschte den Polizistinnen alles Gute für ihre Arbeit.

(20.03.26 S. Häderle)
