.
|
Di., 2. Juni 2026 | 19 Uhr | Hansehaus Minden | Eintritt frei
Der Gender Care Gap –Ursachen und Folgen der Ungleichverteilung von SorgearbeitVortrag mit Prof. Alexandra ScheeleFrauen übernehmen immer noch deutlich mehr unbezahlte Haus- und Sorgearbeit als Männer. Zwischen dem täglichen Zeitaufwand, den Frauen gegenüber Männern mit Sorge- und Haushaltstätigkeiten verbringen, klafft eine deutliche Lücke: Diese wird mit dem Begriff „Gender Care Gap“ beschrieben. Für Frauen sind damit erhebliche berufliche und finanzielle Nachteile und gesundheitliche Belastungen verbunden. Ein Grund dafür ist, dass in kapitalistischen Gesellschaften nur die bezahlte Erwerbsarbeit als „Arbeit“ verstanden wird. Haus- und Sorgearbeit gelten mehr oder weniger als ‚Privatangelegenheit‘, obwohl sie als Selbst- und Fürsorge grundlegende menschliche Voraussetzung ist. Auch in ihrer Ausprägung als Beruf, z.B. in der Alten- und Krankenpflege, nimmt sie gegenüber Tätigkeiten in anderen Wirtschaftsbereichen eine nachrangige Rolle ein: Schlechtere Bezahlung und geringere gesellschaftliche Akzeptanz spiegeln das wieder. Der Vortrag wirft einen kritischen Blick auf die verschiedenen Probleme, die sich aus dem ‚Gender-Care-Gap‘ ergeben, und lädt zur Diskussion und zur Suche nach Lösungen ein. Prof. Alexandra Scheele lehrt und forscht im Bereich Arbeits und Wirtschaftssoziologie an der Universität Bielefeld. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Geschlechterungleichheiten in der Arbeitswelt, Gender Pay Gap, Care-Arbeit und Digitalisierung von Arbeit. |
